Alt St. Hubertus (Wolsfeld)

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Alte Pfarrkirche Wolsfeld
Gotische Halle

Alt St. Hubertus ist die ehemalige Pfarrkirche der Gemeinde Wolsfeld im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz.

Einer Sage zufolge soll der heilige Hubertus in der Gegend von Wolsfeld bekehrt worden sein. Daraus ergab sich eine rege Wallfahrt zur Wolsfelder Kapelle St. Hubertus. Ein erster Bau dürfte im 12. Jahrhundert entstanden sein. Um 1500 erfolgte aufgrund der Wallfahrt ein Ausbau der Kapelle. Anlässlich der Visitation von 1570 war die Kapelle eine Filiale von Alsdorf und hatte vier Altäre sowie vier Kelche.[1] Zwischen 1612 und 1620 erfolgte ein Ausbau durch die Freiherren von Enschringen. Die Messe wurde im einen Jahr vom Pfarrer zu Alsdorf, im andern Jahr vom Pfarrer zu Dockendorf gelesen.[1] Im Jahr 1656 wurde in Wolsfeld eine Hubertus-Bruderschaft gegründet. 1768 stiftete Victoria Freiin von Pallandt geb. Gräfin von Saintignon eine Messe.[2] 1803 wurde Wolsfeld zur Pfarrkirche erhoben. 1926 wurde in Wolsfeld die neue Hubertuskirche geweiht.

Das Erdgeschoss des Turms, ein früherer Chorturm, diente dem ursprünglichen, spätromanischen Kapellenraum als Chor. Um 1500 wurde der alte Raum abgerissen und durch einen zweischiffigen Hallenraum mit drei Jochen ersetzt, der Turm wurde aufgestockt und die romanischen Zwillingsfenster dabei wiederverwendet. Das neu entstandene Schiff erhielt einen Rechteckchor. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche eine kleine Vorhalle sowie eine Sakristei.

Innenraum
Altar von 1620

Der 1620 entstandene Hubertus-Altar aus dem Umkreis des Trierer Bildhauers Hans Ruprecht Hoffmann ist der bedeutendste Bestandteil der Ausstattung. Das reich ornamentierte Retabel ist farbig gefasst. Das zentrale Relief zeigt die Bekehrung des heiligen Hubertus, welchem ein Gemälde von Jacopo Strada als Vorlage gedient hat. Auf dem Retabel steht eine Skulptur des Hubertus als Bischof von Lüttich. In den beiden Nischen neben dem Relief stehen links der heilige Sebastian und rechts der heilige Rochus.

Am romanischen Triumphbogen sind sieben Wappen lokaler Adelsgeschlechter angebracht, in der Mitte das Allianzwappen Pallandt.[3] Rechts der Allianz das Wappen der Freiherren von Enschringen. Oberhalb der Wappen befindet sich ein Fresko mit zwei Darstellungen aus dem Leben des heiligen Hubertus.

Zwei frühneuzeitliche Glocken haben sich erhalten, eine von 1509[4] und die andere von 1618.[5]

An der Ostseite des Turmes ist eine um 1600 entstandene Totenleuchte in die Wand eingelassen. Auf dem alten Friedhof haben sich Grabplatten der Familie von Saintignon erhalten: Clemens Wenzeslaus Graf von Saintignon und Anna Maria Gräfin von Villers, Clémentine Gräfin von Saintignon († 1909) und Carl Graf von Saintignon.

Romanische Landkirchen in der Südeifel:

  • Bernd Altmann, Hans Caspary: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Band 9.2: Kreis Bitburg-Prüm. Stadt Bitburg, Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Irrel. Werner, Worms 1997.
  • Joachim Glatz: Wolsfeld bei Bitburg. Rheinische Kunststätten (Heft 286), Köln 1983.
  • Philipp de Lorenzi: Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diöcese Trier, Trier 1887.
  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bitburg. Düsseldorf 1927, S. 306–310.

Einzelnachweise

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  1. a b de Lorenzi 1887, S. 161.
  2. Wackenroder 1927, S. 307.
  3. Die Allianz getilgt. Albert Franz von Pallandt war seit 1688 Herr zu Wolsfeld.
  4. Inschrift: DES HEILIGEN FRUNT SANT HUPRICH CLOCK HEISSEN ICH, BOIS WEDDER VERDRIFEN ICH, WILHELM VON ROID GAUS MICH IM IAR MCCCCCIX.
  5. Inschrift: SENT JOSEPH, JOHANNES UND KATTRINA HEISSEN ICH, IN GODES EIR LUDEN ICH, CLAUS VAN WITLICH GUS MICH MDCXVIII.
Commons: Alt St. Hubertus – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 49° 54′ 18″ N, 6° 27′ 52,2″ O