Andreas Mayerhoffer

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Hatvan, Grassalkovich-Herrenhaus, in der Mitte Torrahmen und Balkon von Steingeländer eingerahmt, das von zwei Säulen und Hermas getragen wird.

Andreas Mayerhoffer (auch András Mayerhoffer, * 1690 in Salzburg, Fürsterzbistum Salzburg; † 1771 in Pest, Königreich Ungarn)[1] war Maurerparlier, Architekt, Baumeister und Designer.

Er kam in jungen Jahren aus Salzburg nach Ungarn, ließ sich in Pest nieder. Mit seinem Lehrmeister Johann Lukas von Hildebrandt beteiligte er sich am Bau des Ráckeve-Palastes. 1724 erhielt er das Bürgerrecht, wurde Mitglied der Baumeisterzunft und gründete eine Familie. Aus seiner Ehe mit Regina gingen mehrere Kinder hervor. Von diesen haben András und János seine Berufung fortgeführt.

1728 wurde eine Meisterstelle in der Pester Maurer- und Steinmetzzunft für ihn frei. Er arbeitete hauptsächlich als Bauunternehmer, beschäftigte sich aber auch mit Design. Mit seinem Betrieb entsprach er den Wünschen seiner Bauherrn, der Familie Grassalkovich und ihres Freundeskreises. Sein Hauptwerk war das Schloss Gödöllő, die hier beobachteten Stilelemente finden sich auch in seinen anderen Werken wieder (Schlösser Gács, Pécel, Nagytétény).

Eine Auswahl:

Palier für Lukas von Hildebrandt

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Schloss Ráckeve

Der Schlossbau von Prinz Eugen von Savoyen wurde 1702 begonnen und war 1722 abgeschlossen.

  • Petar Puhmajer weist darauf hin:

„..in der von Lipold Kliegel, dem Verwalter des Ráckeve-Anwesens von Prinz Eugen von Savoyen unterzeichneten Petition an den Magistrat der Stadt Pest, den Baumeister Andreas Mayerhoffer als Handwerker anzuerkennen, gibt Kliegel Mayerhoffer als Palier an, im „fortgesetzten und abgeschlossenen Bau“ auf den Gütern des Prinzen Eugen in Ráckeve und Bilje und dass Johann Lucas von Hildebrandt ihn 1720 nach Ráckeve und Bilje schickte und dass das Schloss in Ráckeve 1722 fertiggestellt war.“

Petar Puhmajer, Reflexionen von Andreas Mayerhoffers architektonischer Werkstatt in die Wohnarchitektur von Osijek im 18. Jahrhundert. Kroatisches Restaurierungsinstitut Zagreb, 2021[1]
Jagdschloss Savoyen in Bilje

Architekt Hildebrandt schickte den Maurerpalier Mayerhoffer um 1720 nach Bilje, die Burg war bereits fertiggestellt. Er hatte den Auftrag eine Schlosskapelle zu errichten, Fertigstellung war 1721. Die Kapelle diente bis 1775 auch als Pfarrkirche.[2]

Zuschreibung: Ab 1722 Bauleitung Kirche St. Peter und Paul in Topolje[3]

Piaristenkirche Kecskemet

Nach Plänen von András Mayerhoffer von 1729 bis 1742 erbaut, die gesamte Ausstattung wurde 1760 fertiggestellt.[4][5]

Universitätskirche Budapest
Universitätskirche Budapest [2]

Der Paulanerorden erbaute die Universitätskirche 1725–1742, die Fertigstellung der Türme erfolgte 1771. Der Kirchenbau, dessen Planverfasser unbekannt ist, wurde von drei Baumeistern geleitet. Der erste Bauabschnitt von Mátyás Drenker, einem örtlichen Meister. Nach seinem Tod im Jahr 1729 übernahm Andreas Mayerhoffer die Leitung des Werkes. Mayerhoffer – dessen künstlerischer Stil den Einfluss der großen Meister des österreichischen Barock, Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lucas von Hildebrandt[6] – errichtete die Seitenwände der Kirche und des Altarraums. 1735 übertrug er die Bauleitung an seinen einstigen Lehrjungen Márton Siegl aus Oberschlesien, der die Gewölbe und die Fassade errichtete.[7]

Serbische Kirche Hl. Georg Budapest

In Pest siedelten sich Serben an, zum Bau einer Serbischen Kirche Hl. Georg beauftragten sie 1733 den Architekten Andreas Mayerhoffer, der sie in ihrem heutigen Aussehen schuf.[8]

Treppenhaus Gödöllö
Schloss Gödöllö

Hofbaumeister für Graf Antal Grassalkovich I.

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Schloss Gödöllö, nahe Budapest

Antal Grassalkovich I. errichtete von 1735 bis 1745 Schloss Gödöllö. Der Architekt war Andreas Mayerhoffer, der in den Archivalien das Treppenhaus signierte. Der Bau wurde mehrmals erweitert. Das Schloss Grassalkovich in Gödöllő zählt zu den Höhepunkten von Mayerhoffers Werken.

Hauptfassade Mittlerer Risalit
Palais Péterffy
Mariä Verkündigungs-Kirche in Szentendre

Die Mariä Verkündigungs-Kirche Szentendre wurde 1752–1755 nach Plänen von Andreas Mayerhoffer, dem Führer der Pester Baumeistergilde errichtet. Die Einrichtung verbindet byzantinischen Bildinhalt mit Rokoko- und Zopfstil-Ornament.

Péterffy-Palast in Belváros, Budapest

1756 in Pest nach Plänen von Baron János Péterffy und András Mayerhoffer erbaut. Mit Mayerhoffer wurde 1756 ein Vertrag abgeschlossen.[9]

Stadtpalais Grassalkovich in Pressburg

Das Palais Grassalkovich wurde 1760 für Graf Antal Grassalkovich I., Präsident der königlich ungarischen Hofkammer, durch den Architekten Andreas Mayerhoffer errichtet. Schloss Gödöllő bei Budapest war baugeschichtlich ein Vorbild für das Palais in Pressburg.[10]

Barocker Balkon am Schloss Halič
Schloss Halič, Slowakei

Das Schloss Halič, im Besitz der ungarischen Adelsfamilie Forgách, brannte 1709 völlig ab und wurde 1762 unter der Leitung des Architekten Andreas Mayerhoffer wieder aufgebaut. Damals erhielt es seine heutige Form.[11]

Schloss Teleki in Gornești, Mureș, Rumänien

Das barocke Schloss wurde nach seinen Plänen erbaut, Baubeginn war 1771, die Arbeiten führten Baumeister Pál Schmid und in der Folge sein Sohn aus.[12]

Pest-Buda 12. September 2021

  • László Bálint Nagy: András Mayerhoffer, der Schöpfer des ungarischen Barockstils, starb vor 250 Jahren.[13]

Pál Voit: Der Barock in Ungarn. Band Corvina – Helikon. Budapest 1971, S. 57 ff, Ungarische Schlösser. Der Historiker stellt das Ausmaß von Mayerhoffers Arbeit in Frage.

Einzelnachweise

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  1. Architektur und Kunst, S. 31. Andreas Mayerhoffer mit Lebensdaten
  2. Zlatko Uzelac, Barocke Anamorphose in der Architektur des Schlosses des Prinzen Eugen von Savoyen in Bilje. Institut für Kunstgeschichte Zagreb, 2014.
  3. Peter und Paul Kirche in Topolje
  4. Baumeister in Pest, Péterffy-Palast, er leitete die Umsetzung der Universitätskirche, und die Teilplanung der Kalocsa-Kathedrale und der Piaristenkirche in Kecskemét. Das Schloss Grassalkovich in Gödöllő, wo die von Mayerhoffer signierte Treppe von seiner Teilnahme berichtet.
  5. Anneliese Keilhauer: Ungarn. ADAC-Verlag, 2009, ISBN 978-3-89905-741-6 (google.at [abgerufen am 24. Oktober 2023]).
  6. Bruno Grimschitz: Johann Lucas von Hildebrandt. Wien und München 1959. S. 213. Hildebrandts Erbe: In Ungarn vertrat der seit dem Jahre 1724 in Budapest nachweisbare Andreas Mayerhoffer den Stil Hildebrandts. Er hatte dessen Schlossbau Rackeve auf der Insel Czepel als Maurermeister geführt und an der Kalvarienrotunde in Budapest, vor allem in den Dekorationsmotiven, den Einfluss Hildebrandts deutlich geoffenbart. An Schloss- und Palastbauten des ungarischen Adels hat Mayerhoffer das künstlerische Werk seines Lehrers weiterentwickelt und verbreitet.
  7. University Church - Discover Baroque Art - Virtual Museum. Abgerufen am 24. Oktober 2023.
  8. Serbische Kirche. Abgerufen am 24. Oktober 2023.
  9. Elemer Réh, Der ehemalige Péterffy-Palast und sein Meister, 1930
  10. Der Grassalkovich-Garten im 18. Jahrhundert. In: Ema Pospíšilová Tekelyová „Barocke Gärten in Bratislava“ S. 50 ff. Diplomarbeit Universität Wien, 2008
  11. Der Name des Architekten Mayerhofer findet sich erst später in den Rechnungsbüchern, Janos Forgachs Witwe bezahlte 1767 eine Rechnung von 18.985 Forint, ohne Künstlernamen.
  12. Das Teleki-Schloss in Gornești | Zentrum für Tourismusförderung Reghin. Abgerufen am 24. Oktober 2023.
  13. András Mayerhoffer, the creator of the Hungarian Baroque style, died 250 years ago. 12. September 2021, abgerufen am 24. Oktober 2023 (englisch).