Cohors XXXII Voluntariorum

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Die Cohors XXXII Voluntariorum [civium Romanorum] (deutsch 32. Kohorte der Freiwilligen [der römischen Bürger]) war eine römische Auxiliareinheit. Sie ist durch Inschriften und Ziegelstempel belegt. In einer Inschrift[1] wird sie als Cohors XXXII Civium Romanorum bezeichnet.

Namensbestandteile

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  • Voluntariorum: der Freiwilligen.
  • civium Romanorum: der römischen Bürger. Die Soldaten der Kohorte wurden bei Aufstellung der Einheit aus römischen Bürgern rekrutiert. Die Einheit wurde wahrscheinlich unter Augustus zusammen mit weiteren Kohorten ausgehoben; die Aufstellung der Einheiten erfolgte vermutlich während des Pannonischen Aufstands und nach der Niederlage des Varus. Insgesamt wurden möglicherweise bis zu 44 (oder 48) Kohorten aus römischen Bürgern gebildet.[2]

Da es keine Hinweise auf die Namenszusätze milliaria (1000 Mann) und equitata (teilberitten) gibt, ist davon auszugehen, dass es sich um eine Cohors quingenaria peditata, eine reine Infanterie-Kohorte, handelt. Die Sollstärke der Einheit lag bei 480 Mann, bestehend aus 6 Centurien mit jeweils 80 Mann.

Die Kohorte war im 1. Jh. n. Chr. vermutlich in der Provinz Pannonia stationiert und wurde möglicherweise unter Vespasian (69–79) nach Germania superior verlegt, wo sie durch mehrere Inschriften belegt ist. Der letzte Nachweis der Einheit beruht auf Inschriften,[3] die beide auf 180/192 datiert werden.

Standorte der Kohorte in Germania waren möglicherweise:[2]

Angehörige der Kohorte

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Folgende Angehörige der Kohorte sind bekannt.[2]

  • John Spaul: Cohors². The evidence for and a short history of the auxiliary infantry units of the Imperial Roman Army (= BAR International Series. Band 841). British Archaeological Reports 2000, ISBN 978-1-84171-046-4.
  1. Severus war entweder Tribun der Cohors XXXII Voluntariorum oder der Cohors XXXIII Voluntariorum, je nachdem, wie die Inschrift interpretiert wird; zu Details siehe den Artikel Cohors XXXIII Voluntariorum.

Einzelnachweise

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  1. Inschrift (CIL 3, 4006)
  2. a b c John Spaul, Cohors², S. 19–20, 47–48.
  3. Inschriften (AE 1978, 542, CIL 13, 11952)
  4. Inschriften aus Heddernheim (AE 1978, 542, CIL 13, 7362, CIL 13, 7381, CIL 13, 7382, CIL 13, 7383)
  5. Inschrift aus Ober-Florstadt (AE 1992, 1288)
  6. Ziegelstempel (CIL 13, 12494)
  7. Inschrift aus Saalburg (CIL 13, 11952)