Danny aus den Birken

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Deutschland  Danny aus den Birken

Geburtsdatum 15. Februar 1985
Geburtsort Düsseldorf, Deutschland
Größe 186 cm
Gewicht 88 kg

Position Torwart
Nummer #33
Fanghand Links

Karrierestationen

2000–2003 Jungadler Mannheim
2003–2009 Adler Mannheim
Heilbronner Falken
2009–2010 Iserlohn Roosters
2010–2015 Kölner Haie
2015–2023 EHC Red Bull München
seit 2024 Dresdner Eislöwen

Danny aus den Birken (* 15. Februar 1985 in Düsseldorf) ist ein deutscher Eishockeytorwart und -trainer, der seit Januar 2024 bei den Dresdner Eislöwen aus der DEL2 unter Vertrag steht. Zwischen 2015 und 2023 war aus den Birken beim EHC Red Bull München aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) aktiv, wurde insgesamt viermal Deutscher Meister und gewann zudem mit der deutschen Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen 2018 die Silbermedaille. Zuvor war er bereits für die Adler Mannheim, Iserlohn Roosters und Kölner Haie in der DEL aktiv.

Danny aus den Birken startete seine Karriere im Jahr 2000, als er in den Nachwuchs der Adler Mannheim wechselte und dort für die Jungadler in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) spielte. Drei Jahre lang stand der Torhüter hauptsächlich für die Jungadler zwischen den Pfosten, mit denen er in den Jahren 2002 und 2003 die Meisterschaft der DNL gewann. In der Spielzeit 2002/03 erhielt aus den Birken – zuerst aufgrund einer Sperre und danach wegen einer Verletzung des eigentlichen Stammtorhüters Mike Rosati – erste Einsatzzeiten bei den Profis in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).[1] Ab der Saison 2003/04 spielte der Linksfänger hauptsächlich für den Kooperationspartner Heilbronner Falken in der 2. Bundesliga und nach deren Abstieg in der drittklassigen Oberliga. Bei Ausfällen der Mannheimer Stammtorhüter wurde er zudem von den Adlern in den DEL-Kader berufen. Mit Heilbronn gelang ihm im Jahr 2007 die Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse. Danny aus den Birken besaß in Mannheim einen Vertrag bis 2009 und wechselte nach der Saison zu den Iserlohn Roosters.

Danny aus den Birken im Trikot der Kölner Haie (2014)

Bei den Sauerländern unterschrieb der Schlussmann einen Vertrag über zwei Jahre bis zum Jahr 2011 und sollte sich im Tor mit dem ebenfalls noch jungen Torhüter Sebastian Stefaniszin abwechseln. Nachdem dieser zu Saisonbeginn im Rookiecamp der Anaheim Ducks aus der National Hockey League (NHL) weilte, absolvierte aus den Birken die ersten fünf Partien der Roosters in der Saison 2009/10 in Folge. Bereits in seinem zweiten Spiel verbuchte er seinen ersten Shutout im Iserlohner Trikot. Nach einem Fehler im Spiel gegen die Kassel Huskies bekam erstmals Stefaniszin den Vorzug. Dieser zeigte jedoch durchwachsene Leistungen und fiel durch eine Spieldauerdisziplinarstrafe und eine Matchstrafe negativ auf. Im weiteren Verlauf zeigte aus den Birken konstante Leistungen und gehörte zu den statistisch besten Torhütern der Liga. Dies veranlasste Trainer Ulrich Liebsch zur Aussage, dass aus den Birken zu diesem Zeitpunkt der gesetzte der beiden Goalies sei, Stefaniszin aber die Möglichkeit habe, sich über Leistung zu empfehlen. Nachdem sein Konkurrent durch Undiszipliniertheiten vorübergehend nicht mehr im Kader stand, setzte sich aus den Birken endgültig als klare Stammkraft durch. In der Spielzeit 2010/11 begann er als Stammtorhüter, konnte jedoch die Erwartungen der Iserlohner nur teilweise erfüllen. Deshalb wurde sein Vertrag im November 2010 im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. Für die folgenden Spiele wechselte aus den Birken zu den Kölner Haien.[2]

In Köln erreichte er innerhalb kürzester Zeit eine Fangquote von annähernd 95 Prozent und die Haie gaben im Januar 2011 bekannt, dass sein ursprünglich bis zum Saisonende laufender Vertrag um drei weitere Spielzeiten verlängert wurde.[3] Die Hauptrunde der Saison 2012/13 schloss er mit den Haien punktgleich mit seinem alten Verein Adler Mannheim als Tabellenzweiter ab und wurde in den anschließenden Playoffs Vizemeister. Das folgende Spieljahr beendeten die Haie auf dem fünften Platz und aus den Birken wurde erstmals als Torhüter des Jahres ausgezeichnet. In den anschließenden Playoffs wurde er erneut Vizemeister. Als die Haie nach der enttäuschenden Saison 2014/15, in der die Kölner lediglich den elften Platz belegten, den schwedischen Torhüter Gustaf Wesslau für die Saison 2015/16 verpflichteten[4], wechselte aus den Birken – trotz laufenden Vertrages in Köln bis zum Sommer 2016 – zum Ligakonkurrenten EHC Red Bull München.[5]

Mit München wurde er in den Jahren 2016, 2017 und 2018 jeweils Deutscher Meister, nachdem er mit seiner Mannschaft jeweils die Hauptrunde als Tabellenerster abgeschlossen hatte. In den Jahren 2017 und 2018 war er Stammtorhüter in den Playoffs. Nach der Hauptrunde der Spielzeit 2018/19 wies er mit 1,91 Gegentoren pro Partie den besten Gegentorschnitt der Liga auf und mit 92,6 Prozent die zweitbeste Fangquote aller DEL-Torhüter.[6] Zudem konnte er fünf Shutouts verbuchen und war ein Garant dafür, dass die Roten Bullen die Hauptrunde als Tabellenzweiter beenden konnten. Für diese Leistungen wurde er zum zweiten Mal in seiner Karriere nach 2014 zum Torhüter des Jahres und erstmals zum Spieler des Jahres ausgezeichnet.[7] Die Playoffs der Saison 2019/20 mussten wegen der COVID-19-Pandemie in Deutschland abgesagt werden, der EHC wäre als Tabellenführer in die entscheidende Phase gegangen. Die Folgesaison schlossen die Münchner als Tabellenzweiter der DEL-Gruppe Süd ab, scheiterten jedoch im Viertelfinale am ERC Ingolstadt. Am Ende der Spielzeit 2021/22 wurde aus den Birken mit dem EHC zum zweiten Mal nach 2019 Vizemeister, ehe er sich am Ende der folgenden Saison seinen vierten Meistertitel mit dem Klub sicherte. Da er seinen Stammposten mittlerweile an Mathias Niederberger verloren hatte, verließ er den Verein nach dem Titelgewinn.

Ab September 2023 war aus den Birken als Torwarttrainer beim EC Bad Nauheim aus der DEL2 angestellt, kehrte allerdings Mitte Januar 2024 in den aktiven Spielbetrieb zurück, nachdem er bei Bad Nauheims Ligakonkurrenten Dresdner Eislöwen einen Vertrag bis zum Saisonende unterzeichnet hatte.[8]

Für die deutsche Junioren-Nationalmannschaft nahm aus den Birken an der U18-Junioren-Weltmeisterschaft 2003 der Division I teil. Von 2011 an gehörte aus den Birken zum erweiterten Kader der deutschen A-Nationalmannschaft. Bei den Weltmeisterschaften 2013 und 2014 war er jeweils als dritter Torhüter nominiert. Seinen ersten Weltmeisterschaftseinsatz absolvierte er am 20. Mai 2014 im Vorrundenspiel gegen die Vereinigten Staaten, das die deutsche Nationalmannschaft mit 4:5 verlor. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang erreichte aus den Birken als Stammtorhüter mit dem deutschen Team das Finale, das gegen die russische Mannschaft mit 3:4 in der Verlängerung verloren ging. Aus den Birken wurde am Turnierende zudem als bester Torwart des Wettbewerbs ausgezeichnet. Im Februar 2022 gab er – nachdem er an den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking teilgenommen hatte – schließlich seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt, für die er 47 Spiele bestritt.[9]

Aus den Birken erreichte in der DEL insgesamt 49 Shutouts und liegt damit hinter dem zurückgetretenen Dennis Endras (51 Shutouts) auf Rang zwei in dieser Kategorie (Stand: April 2024).

Erfolge und Auszeichnungen

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Danny aus den Birken (2014)
  • 2017 Deutscher Meister mit dem EHC Red Bull München
  • 2017 Höchste Fangquote und geringster Gegentorschnitt der DEL-Playoffs
  • 2018 Deutscher Meister mit dem EHC Red Bull München
  • 2019 Geringster Gegentorschnitt der DEL-Hauptrunde
  • 2019 Deutscher Vizemeister mit dem EHC Red Bull München
  • 2019 DEL-Spieler des Jahres
  • 2019 DEL-Torwart des Jahres
  • 2022 Deutscher Vizemeister mit dem EHC Red Bull München
  • 2023 Deutscher Meister mit dem EHC Red Bull München

Karrierestatistik

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Danny aus den Birken als Spieler des EHC Red Bull München (2022)

Stand: Ende der Saison 2023/24

Reguläre Saison Playoffs
Saison Team Liga Sp S N OTN Min GT SO GTS Sv% Sp S N Min GT SO GTS Sv%
2000/01 Jungadler Mannheim DNL 16 12 926 38 1 2,46
2001/02 Jungadler Mannheim DNL 21 19 1265 46 6 2,18 5 4 1 310 6 0 1,16
2002/03 Jungadler Mannheim DNL 16 940 16 5 1,02 3 180 7 2,33
2002/03 Adler Mannheim DEL 2 0 0 91 10 0 6,62 88,6
2003/04 Heilbronner Falken 2. Bundesliga 7 336 23 0 3,25 11 0 1 60 8 0 8,00
2003/04 Adler Mannheim DEL 1 0 0 29 1 0 2,07 93,8 1 0 1 42 4 0 5,78 60,0
2004/05 Heilbronner Falken Oberliga 11 670 24 2 2,15 4 220 8 0 2,16
2005/06 Heilbronner Falken Oberliga 24 1400 60 2 2,57 3 90 5 0 1,58
2006/07 Heilbronner Falken Oberliga 21 1266 52 1 2,46 9 9 0 550 11 1 1,20
2006/07 Adler Mannheim DEL 3 182 8 0 2,63 88,6
2007/08 Heilbronner Falken 2. Bundesliga 31 18 1878 68 3 2,17 5 2 3 300 19 0 3,80
2007/08 Adler Mannheim DEL 2 0 1 96 4 0 2,51 92,9 1 0 1 60 4 0 4,00 81,0
2008/09 Adler Mannheim DEL 6 2 1 280 12 1 2,57 90,9
2008/09 Heilbronner Falken 2. Bundesliga 9 4 5 0 540 23 0 2,55
2009/10 Iserlohn Roosters DEL 49 16 17 2728 137 4 3,01 90,4
2010/11 Iserlohn Roosters DEL 13 4 8 731 46 0 3,78 89,7
2010/11 Kölner Haie DEL 31 19 12 1902 71 5 2,24 93,5 5 2 3 347 17 0 2,94 91,3
2011/12 Kölner Haie DEL 35 17 16 2051 86 3 2,52 92,5 6 2 4 355 16 0 2,70 92,4
2012/13 Kölner Haie DEL 36 28 8 2131 75 4 2,11 92,9 12 8 4 716 25 2 2,10 93,5
2013/14 Kölner Haie DEL 39 22 17 2377 89 4 2,25 92,4 17 11 6 1090 29 3 1,60 94,8
2014/15 Kölner Haie DEL 51 23 27 2951 127 3 2,58 92,1
2015/16 EHC Red Bull München DEL 29 17 12 1694 64 3 2,27 92,1
2016/17 EHC Red Bull München DEL 28 20 8 1688 60 2 2,13 92,6 14 12 2 911 20 2 1,32 94,4
2017/18 EHC Red Bull München DEL 25 20 5 1500 52 1 2,08 92,9 17 12 5 1044 45 1 2,59 91,3
2018/19 EHC Red Bull München DEL 37 26 9 2099 67 5 1,91 92,6 18 9 9 1178 40 2 2,04 92,3
2019/20 EHC Red Bull München DEL 20 13 7 1168 43 1 2,21 92,7
2020/21 EHC Red Bull München DEL 18 12 6 1082 42 1 2,33 91,9 2 0 2 91 9 0 5,92 81,6
2021/22 EHC Red Bull München DEL 29 15 13 1670 72 2 2,59 90,4
2022/23 EHC Red Bull München DEL 15 9 6 870 34 0 2,34 89,5
2023/24 Dresdner Eislöwen DEL2 13 6 7 773 27 3 2,10 92,7 51 4 1 302 7 1 1,39 94,7
DNL gesamt 53 3131 100 12 1,91 8 490 13 1,59
Oberliga gesamt 56 3336 136 5 2,44 16 860 25 1 1,49
2. Bundesliga gesamt 47 2754 114 3 2,38 6 2 4 360 27 0 4,50
DEL gesamt 469 263 173 27410 1100 39 2,42 92,0 93 56 37 5834 209 10 2,15 92,5
Danny aus den Birken mit der olympischen Silbermedaille 2018

Vertrat Deutschland bei:

Jahr Team Veranstaltung Resultat Sp S N Min GT SO GTS Sv%
2002 Deutschland U17-WHC 9. Platz 2 0 1 0 7,50 84,6
2003 Deutschland U18-WM Div. I 2. Platz 3 2 1 180 6 1 2,00 88,9
2013 Deutschland WM 9. Platz ohne Einsatz
2014 Deutschland WM 14. Platz 1 0 1 58 5 0 5,20 86,1
2015 Deutschland WM 10. Platz 1 0 0 36 4 0 6,76 79,0
2017 Deutschland WM 8. Platz 4 1 1 185 5 0 1,62 93,4
2018 Deutschland Olympia 2. Platz, Silber 6 3 2 376 17 0 2,71 89,7
2022 Deutschland Olympia 10. Platz 1 0 1 58 3 0 3,09 90,6
Junioren gesamt 5 2 2 1 4,20 87,2
Herren gesamt 13 4 5 713 34 0 2,87 89,9

(Legende zur Torhüterstatistik: GP oder Sp = Spiele insgesamt; W oder S = Siege; L oder N = Niederlagen; T oder U oder OT = Unentschieden oder Overtime- bzw. Shootout-Niederlage; Min. = Minuten; SOG oder SaT = Schüsse aufs Tor; GA oder GT = Gegentore; SO = Shutouts; GAA oder GTS = Gegentorschnitt; Sv% oder SVS% = Fangquote; EN = Empty Net Goal; 1 Play-downs/Relegation; Kursiv: Statistik nicht vollständig)

Commons: Danny aus den Birken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Iserlohn Roosters, Stadionzeitschrift: „Es passt!“, veröffentlicht am 18. Oktober 2009
  2. haie.de, Haie nehmen Torhüter Danny aus den Birken unter Vertrag
  3. koeln.de, Haie verlängern Vertrag mit Keeper aus den Birken
  4. Kölner Stadtanzeiger, Haie Keeper Danny aus den Birken bekommt harte Konkurrenz, erschienen am 17. März 2015, abgerufen am 11. April 2015
  5. Kölner Rundschau, Torhüter Danny aus den Birken verlässt die Kölner Haie, erschienen am 10. April 2015, abgerufen am 25. April 2017
  6. Eishockey News vom 5. März 2019, Seite 31
  7. Danny aus den Birken ist Spieler und Torhüter des Jahres – Lehtivuori, Gogulla, Seider und Jackson ebenfalls ausgezeichnet. Abgerufen am 7. März 2022.
  8. Nico Neumann: Danny aus den Birken wechselt nach Dresden. In: EC Bad Nauheim. 11. Januar 2024, abgerufen am 26. April 2024 (deutsch).
  9. Danny aus den Birken tritt aus Nationalmannschaft zurück. Abgerufen am 22. Februar 2022.