Helmut Schlegel

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Helmut Schlegel (2017)

Helmut Schlegel OFM (* 15. Mai 1943 in Riedlingen an der Donau als Helmut Alfons Schlegel) ist ein deutscher Franziskaner, Priester, Meditationslehrer, Buchautor und Texter von Neuen Geistlichen Liedern zu den Melodien verschiedener Komponisten.[1][2]

Helmut Schlegel wuchs auf dem elterlichen Bauernhof in Oberschwaben auf und besuchte Internate der Franziskaner in Riedlingen und in Rottweil. Er spürte eine Verbindung zu Franz von Assisi und trat in den Orden der Franziskaner ein. Danach studierte er Philosophie und Theologie in Sigmaringen, Fulda und München und wurde 1969 in Fulda zum Priester geweiht. Eine berufsbegleitende Kurse zum Meditations- und Exerzitienbegleiter sowie in sinnorientierter Psychologie (Logotherapie) ergänzten seine Ausbildung.[3]

Seelsorgetätigkeit und Leitungsaufgaben im Orden

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Nach 10-jähriger Tätigkeit als Kaplan und Jugendpfarrer in Wiesbaden und an anderen Orten übernahm er 1988 die Leitung des Franziskanischen Zentrums für Stille und Begegnung in Hofheim am Taunus. 1998 wurde er zum Provinzial der Thüringischen Franziskanerprovinz von der Heiligen Elisabeth gewählt. Als solcher war er 6 Jahre Präsident der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn-Bad Godesberg. Seine Amtszeit als Provinzial endete 2007. Von da an bis zum Oktober 2018 leitete er die MeditationskircheHeilig KreuzZentrum für christliche Meditation und Spiritualität des Bistums Limburg“ in Frankfurt-Bornheim. Er war dort noch bis Juni 2019 weiter als Exerzitien- und Meditationsleiter und priesterlicher Mitarbeiter tätig.[3][4] Auch nach Ende seiner Tätigkeit in Bornheim bietet er weiter Veranstaltungen im Exerzitienhaus Hofheim und in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität des Bistums Limburg an.

Im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit gehörte Helmut Schlegel zu den von Papst Franziskus an Aschermittwoch 2016 ausgesandten „Missionaren der Barmherzigkeit“.[5]

Literarisches Schaffen

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Als Jugendseelsorger und Exerzitienbegleiter arbeitete Schlegel im „Arbeitskreis für Jugendseelsorge und Kirchenmusik“ des Bistums Limburg mit. In Zusammenarbeit mit dem Kirchenmusiker und Komponist Winfried Heurich entstanden die ersten Neuen Geistlichen Lieder. Das Lied Der Herr wird dich mit seiner Güte segnen mit Musik von Winfried Heurich wurde 1983 beim weltweiten Wettbewerb des Neuen Geistlichen Liedes zum besten deutschen Beitrag gewählt. Es ist im deutschsprachigen katholischen Gesangbuch Gotteslob mit einer neuen Melodie von Thomas Gabriel als GL 452 enthalten.[6]

In der Folge schrieb Schlegel rund 300 Neue Geistliche Lieder[3], die von Winfried Heurich, Stephan Sahm, Sieglinde Weigt, Thomas Gabriel, Rudolf Schäfer, Joachim Raabe und anderen vertont wurden. Eine Reihe davon wurde in das 2014 erschienene Gotteslob aufgenommen.[6]

Von 1998 bis 2013 war Schlegel Chefredakteur der Zeitschriften „Wege mit Franziskus“ und „Franziskaner“. Seit 2013 gibt er zusammen mit Mirjam Schambeck sf die Buchreihe „Franziskanische Akzente“ im Echter Verlag, Würzburg heraus. Darüber hinaus liegt eine Vielzahl von Beiträgen geistlicher Literatur vor.

2016 schrieb er das Libretto für das Oratorium Laudato si’, zu dem Peter Reulein die Musik komponierte.[7][8]

Für das ökumenische Oratorium „EINS“ zum 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 schrieb er zu der Musik von Bernhard Kießig und Peter Reulein gemeinsam mit Eugen Eckert das Libretto. Am Freitag, 14. Mai 2021 kam es zur Online-Uraufführung des Oratoriums.[9]

Veröffentlichungen

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Liederbücher, Liederhefte, Tonträger

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  • 1994: Pace e bene – Friede und Brot – Neue Geistliche Lieder für Clara und Franz von Assisi (Audio-CD), Musik: Stephan Sahm und Winfried Heurich[2]
  • 1999: Sonnenmusikant – Ein Franziskanisches Liederbuch, (als Hrsg. mit Sieglinde Weigt), ISBN 3-87163-250-3
  • 2001: Schalom, Jerusalem: Pilgermesse nach biblischen Texten, 17 Lieder, Musik: Winfried Heurich, M-2009-2700-9
  • 2010: Lichter auf dem Weg: Eine Messe mit neuen geistlichen Liedern; für drei- bis vierstimmigen gemischten Chor, Gemeinde und Klavier, Musik: Winfried Heurich
  • 2015: Feuer im Herzen: Eine Messe mit neuen geistlichen Liedern, Musik: Winfried Heurich

Texte für Geistliche Musikspiele

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  • 1991: Franz von Assisi: Traum oder Wirklichkeit? Ein geistliches Musikspiel, Musik: Winfried Heurich
  • 1994: Mulier fortis – Clara von Assisi. Ein geistliches Spiel mit Texten und Liedern, Pantomime und Tanz, Musik: Stephan Sahm
  • 1996: Wächter, sag mir die Zeit! Ein geistliches Musikspiel zur Geschichte der Franziskanerinnen von Reute, Musik: Stephan Sahm
  • 1997: Katharina – Närrin Gottes. Ein Geistliches Musikspiel zum 100. Todestag von Maria Katharina Kasper, Musik: Stephan Sahm
  • 2005: clara.francesco – musica per forma – music performance: Eine Collage aus Texten, Musik, Tanz und Ausdruck, Musik: Mea Kauß und Werner Dannemann
  • 2006: David Fuchs: Spiel mit dem Leben. Ein geistliches Musiktheater, Musik: Rudi Schäfer
  • 2007: Elisabeth von Thüringen: Ein geistliches Musikschauspiel, Musik: Stephan Sahm[2]
  • 2016: Laudato si’ – Ein franziskanisches Magnificat in 5 Bildern – Für Soli, Chor und Orchester, Musik: Peter Reulein, ISBN 978-3-943302-34-9, ISMN 979-0-50226-047-7[7]
Commons: Helmut Schlegel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Beate Hirt: Katholische Kirche im HR – Helmut Schlegel. In: Internetauftritt des Bistums Limburg. Bistum Limburg Bischöfliches Ordinariat, 7. August 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. April 2022; abgerufen am 18. Februar 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hr.bistumlimburg.de
  2. a b c André Madaus: Ein Arzt und ein Franziskaner - Kunst als Verkündigung. In: Provinzialat der Deutschen Franziskanerprovinz (Hrsg.): Franziskaner - Magazin für Franziskanische Kultur und Lebensart. Winter. meinhardt Verlag und Agentur, Idstein 2015, S. 26–27.
  3. a b c Heidi Katting: Mit Herzblut und Leidenschaft – Meditationszentrum Heilig Kreuz verabschiedet seinen langjährigen Leiter. 2019, abgerufen am 21. Juli 2019.
  4. Heidi Katting: Heilig Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität – Team – Über uns. Heilig Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität, 6. Juni 2018, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. November 2018; abgerufen am 21. Juli 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/meditationszentrum.bistumlimburg.de
  5. katholisch.de, abgerufen am 2. Februar 2017.
    Franziskaner. Magazin für franziskanische Kultur und Lebensart.
  6. a b (Erz-)Bischöfe Deutschlands und Österreichs und der Bischof von Bozen-Brixen (Hrsg.): Gotteslob – Katholisches Gebet- und Gesangbuch. Ausgabe für die Diözese Limburg. 1. Auflage. Katholische Bibelanstalt GmbH / Lahn-Verlag GmbH, Stuttgart / Kevelaer 2013, ISBN 978-3-7840-0203-3, S. 502–503.
  7. a b Gabriel Dessauer, Franz Fink, Andreas Großmann, Peter Reulein: Laudato si‘ - Ein franziskanisches Oratorium - Oratorium für Chor, Soli und Orchester. Hrsg.: Referat Kirchenmusik des Bistums Limburg. Limburg an der Lahn 6. November 2016 (Textheft zur Uraufführung am 6. November 2016 im Hohen Dom zu Limburg).
  8. Gerda Arendt: Laudato si’ im Limburger Dom. (PDF) Idsteiner Chöre waren bei der Uraufführung des Oratoriums beteiligt. In: Martinsfeuer Januar 2017. Katholische Pfarrei St. Martin Idsteiner Land, Januar 2017, S. 14, abgerufen am 21. Januar 2017.
  9. Digitale Uraufführung Oratorium EINS. 3. Ökumenischer Kirchentag Frankfurt 2021 e. V., 2021, abgerufen am 5. Juni 2021.