Humanistischer Pressedienst

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Humanistischer Pressedienst
(hpd)
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Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 2006
Sitz Berlin
Zweck Politische, kulturelle und gesellschaftliche Debatten im humanistischen Sinne mitgestalten
Vorsitz Rainer Rosenzweig
Website hpd.de

Der Humanistische Pressedienst (hpd) bietet seit 2006 eine Website zu freigeistig-humanistischen Themen, die vom gleichnamigen gemeinnützigen Verein betrieben wird.

Der hpd wurde 2006 auf Initiative der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) und des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD) gegründet und startete im August 2006 mit einem Online-Angebot. Heute hat die hpd-Website nach eigenen Angaben mehr als 3,5 Millionen Seitenaufrufe im Jahr, was den Pressedienst zum reichweitenstärksten Organ der säkularen Szene im deutschsprachigen Raum macht.[1]

Für die Finanzierung der redaktionellen Arbeit wurde 2006 der Trägerverein Humanistischer Pressedienst (hpd) e. V. mit Sitz in Berlin gegründet.[2]

Präsident des Vereins ist Rainer Rosenzweig, Vizepräsidentin ist Natalie Grams, Schatzmeisterin ist Ricarda Hinz.[3] Zu den Mitgliedern gehören der Zentralrat der Konfessionsfreien, Bund für Geistesfreiheit (bfg), Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS), gbs, Humanistischer Verband Deutschlands – Landesverband Berlin-Brandenburg K.d.ö.R., Humanistischer Verband Österreich, Freidenkende Schweiz[4] Jugendweihe Deutschland e. V. und der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA).[5]

Herausgeber war bis zu seinem Tod 2020 Volker Panzer.[6] Die Redaktion besteht aus Frank Nicolai (Chefredakteur), Daniela Wakonigg (stellv. Chefredakteurin), Inge Hüsgen, Gisa Bodenstein und Hella Camargo. Von der Gründung bis 2013 war Carsten Frerk Chefredakteur.

Im Jahr 2020 erschienen 1.073 Artikel von 156 Autoren.[7] Regelmäßig schreiben u. a. Hamed Abdel-Samad, Valentin Abgottspon, Mina Ahadi, Nico Alm, Dieter Birnbacher, Gerhard Czermak, Colin Goldner, Natalie Grams, Rolf Dietrich Herzberg, Philipp Möller, Michael Schmidt-Salomon, Armin Pfahl-Traughber, Klaus Ungerer, Rüdiger Vaas und Bernd Vowinkel.

Für den hpd zeichnen u. a. Michael Holtschulte, Ralf König, Dorthe Landschulz, Piero Masztalerz, Til Mette, Oliver Ottitsch, Martin Perscheid und Jacques Tilly.[8]

Inhaltliche Ausrichtung

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Der hpd präsentiert nach eigenen Angaben „aufklärerische, humanistische und freigeistige Positionen zu aktuellen Ereignissen“.[9] Der hpd bedient sich verschiedener journalistischen Formate, wie Nachricht, Kommentar, Rezension, Interview, Essay und Karikatur.

  • hpd Humanistischer Pressedienst (Website)
  • Dubito-Magazin (für Zielgruppe von 15 bis 35 Jahren)[10]
  • Karikaturen-Jahrbuch Spott sei Dank[11]

Rezeption des hpd, Kritik am hpd und Medienkritik des hpd

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Andreas Fincke schrieb kurz nach der Gründung des hpd im Materialdienst 4/2007 der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, dass der Name des hpd „heimliche Konkurrenz“ zu kirchlichen Angeboten ausdrücke, ferner: „Es ist davon auszugehen, dass der hpd bei Medienvertretern Anklang finden wird. Den Kirchenkritikern und Freigeistern ist damit ein weiterer Coup gelungen.“[12]

2008 erhob der Berliner Anwalt und Initiator des Volksbegehrens Pro Reli, Christoph Lehmann (CDU), laut Tagesspiegel auf Grund des Artikels Die religiöse Dressur des Kindes[13] den Vorwurf der „Religionsfeindlichkeit und Diffamierung Andersgläubiger“.[14]

2015 kritisierten der Blog Ruhrbarone und Ulrich Kutschera, dass die Veröffentlichung eines Kommentars von Kutschera zum Kreationismus und zur Gender-Theorie rückgängig gemacht wurde.[15][16]

Einzelnachweise

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  1. Der Humanistische Pressedienst | Über uns. Abgerufen am 14. April 2020.
  2. Satzung hpd e. V. Abgerufen am 14. April 2020.
  3. Trägerverein | hpd. Abgerufen am 14. April 2020.
  4. Willkommen, Schweiz! Humanistischer Pressedienst, 24. September 2020, abgerufen am 27. September 2020.
  5. Trägerverein | hpd. In: hpd.de. Abgerufen am 1. Oktober 2023.
  6. Michael Schmidt-Salomon: Ein wunderbarer Mensch. Humanistischer Pressedienst, 14. August 2020, abgerufen am 27. September 2020.
  7. Humanistischer Pressedienst (hpd): 2020: Ein Jahr im Zeichen einer Jahrhundertpandemie. 11. Januar 2021, abgerufen am 20. Februar 2021.
  8. Spott sei Dank! hpd, abgerufen am 26. Januar 2021.
  9. Der Humanistische Pressedienst | Über uns. Abgerufen am 14. April 2020.
  10. dubito. Abgerufen am 14. April 2020.
  11. hpd (Hrsg.): Spott sei Dank # 1. Alibri Verlag, Aschaffenburg 2019, ISBN 978-3-86569-312-9.
  12. Andreas Fincke: Humanistischer Pressedienst gegründet (Memento vom 10. Februar 2021 im Internet Archive). Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Materialdienst 4/2007.
  13. Thomas Häntsch: Die religiöse Dressur des Kindes. hpd, 8. März 2008, abgerufen am 14. April 2020.
  14. Claudia Keller: Volksbegehren: Pro-Reli-Streit eskaliert. In: Der Tagesspiegel. 29. Dezember 2008, abgerufen am 14. April 2020.
  15. Humanistische Presse unfähig zur Genderkritik? Ruhrbarone, 30. April 2015, abgerufen am 14. April 2020.
  16. Frank Nicolai: Ulrich Kutschera, der hpd und die „Zensur“. hpd, 2. Juni 2015, abgerufen am 14. April 2020.