Oberweißbach/Thüringer Wald

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Oberweißbach/Thüringer Wald
Landgemeinde Stadt Schwarzatal
Wappen von Oberweißbach/Thüringer Wald
Koordinaten: 50° 35′ N, 11° 9′ OKoordinaten: 50° 34′ 58″ N, 11° 8′ 40″ O
Höhe: 670 m
Fläche: 9,65 km²
Einwohner: 1664 (31. Dez. 2018)
Bevölkerungsdichte: 172 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2019
Postleitzahl: 98744
Vorwahl: 036705
Ansicht von Oberweißbach
Ansicht von Oberweißbach

Oberweißbach/Thüringer Wald (amtlich: Oberweißbach/Thür. Wald) ist ein Ortsteil der Landgemeinde Stadt Schwarzatal im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen (Deutschland).

Oberweißbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Naturpark Thüringer Wald im Weißbachtal.

Umgangssprachlich wird der Landstrich als Raanz bezeichnet, in Anlehnung an das Arbeitsgerät der Buckelapotheker genannten Olitätenhändler, die diese Region vom 16. bis zum 20. Jahrhundert prägten. Der Begriff Raanz = „Ranzen“ steht für eine in Oberweißbach entwickelte aus Leder gefertigte Sonderform des Reffs. Der Olitätenhandel war letztlich auch der Antrieb zum Bau der Oberweißbacher Bergbahn, die die Ortschaften auf der Hochfläche an das Verkehrswegenetz anschloss.

Weiter gegliedert werden kann Oberweißbach/Thüringer Wald in die zwei Ortsteile:

Der Ort wurde 1370 erstmals urkundlich erwähnt. Namengebend war ein dort verlaufendes Gewässer. Vor 1600 war er ein Lehen der Herren von Greußen und kam dann durch Kauf an die Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Er war ein frühes Zentrum der Herstellung und des Handels von Olitäten, im 19. Jahrhundert kam insbesondere die Glasbläserei auf.[1] 1799 wurden 1030 Einwohner gezählt, im Jahr 1900 waren es 2081. Bis 1918 gehörte der Ort zur Oberherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt.

Von 1919 bis 1923 wurde die Oberweißbacher Bergbahn erbaut. 1932 erhielt Oberweißbach das Stadtrecht. Auch zu DDR-Zeiten blieb die Glasproduktion bestimmender Wirtschaftszweig der Stadt.

1994 kam Oberweißbach zum Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Es wurde ebenfalls 1994 Mitglied und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Bergbahnregion/Schwarzatal mit den Gemeinden Cursdorf, Deesbach, Katzhütte, Oberweißbach und Meuselbach-Schwarzmühle.

Am 1. Januar 2019 schlossen sich die Gemeinden Mellenbach-Glasbach und Meuselbach-Schwarzmühle mit der Stadt Oberweißbach/Thüringer Wald zur Stadt und Landgemeinde Schwarzatal zusammen, welche gleichzeitig Mitglied und Sitz der neu gebildeten Verwaltungsgemeinschaft Schwarzatal wurde.[2]

Eingemeindungen

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Am 1. Dezember 2008 wurde die ehemals selbständige Gemeinde Lichtenhain/Bergbahn in die Stadt Oberweißbach/Thür. Wald eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung

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Entwicklung der Einwohnerzahl: (Stand jeweils 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1994 1.831
1995 1.788
1996 1.806
1997 1.790
1998 1.787
Jahr Einwohner
1994 1.831
1995 1.788
1996 1.806
1997 1.790
1998 1.787
Jahr Einwohner
1999 1.756
2000 1.751
2001 1.723
2002 1.683
2003 1.668
Jahr Einwohner
2004 1.651
2005 1.645
2006 1.629
2007 1.609
2008 1.887
Jahr Einwohner
2009 1.897
2010 1.882
2011 1.840
2012 1.803
2013 1.763
Jahr Einwohner
2014 1.728
2015 1.721
2016 1.693
2017 1.678
2018 1.664
  • : Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Ehemaliger Stadtrat

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Der Rat der Stadt Oberweißbach/Thüringer Wald bestand aus zwei Ratsfrauen und zehn Ratsherren.

  • SPD/CDU/Freie Liste: 7 Sitze
  • Freie Wähler Oberweißbach: 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Ehemalige Bürgermeister

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Der langjährige ehrenamtliche Bürgermeister Jens Ungelenk wurde am 12. September 2004 mit 613 von 691 abgegebenen Stimmen gewählt.[4] Zum 20. Juni 2015 kündigte er seinen Rückzug an.[5] Am 13. September 2015 wurde Bernhard Schmidt mit 530 von 584 abgegebenen Stimmen zum letzten Bürgermeister gewählt.

Blasonierung: „In Rot eine aus dem Schildfuß wachsende silbern gekleidete Frauengestalt mit goldenen Haaren und verbundenen Augen, in der Rechten ein gesenktes silbernes Schwert und in der linken Hand eine silberne Waage haltend.“

Es stellt die Justitia mit verbundenen Augen und der Waage als Symbol für die Gerechtigkeit dar.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Zu Ehren von Friedrich Fröbel wurde 1982 in seinem Geburtshaus (50° 34′ 58,1″ N, 11° 8′ 39,5″ O) am Markt ein Museum eingerichtet. In dem Haus befindet sich neben der ständigen Fröbel-Ausstellung auch die Stadtbibliothek sowie ein Olitätenhandel.

Hoffnungskirche

Die 1779 fertiggestellte Hoffnungskirche ist die größte Dorfkirche Thüringens mit 2000 Sitzplätzen und verfügt über die größte Kanzel Europas, auf der zwölf erwachsene Personen Platz finden. Wegen ihrer Größe wird sie auch „Südthüringer Dom“ genannt. Die Kirche, die auch die Taufkirche Friedrich Fröbels war, wird neben den Gottesdiensten auch für Konzertveranstaltungen genutzt und kann täglich besichtigt werden. Der programmatische Name Hoffnungskirche wurde anlässlich der 225-Jahr-Feier von der Gemeinde gewählt, zuvor war die Kirche namenlos.

Wirtschaft und Infrastruktur

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Oberweißbach ist für die Produktion von Leuchtmitteln bekannt. 1903 gründete Mylius Erhard eine Glühlampenfabrik. Bis zur Verstaatlichung 1946 gab es mehrfache Änderungen der Besitzverhältnisse, 1948 wurde der VEB Glühlampenwerk Oberweißbach gegründet. 1969 erfolgte die Eingliederung in den NARVA-Verband. Nach der Wende wurde der Betrieb 1990 in die NARVA Glühlampenwerk Oberweißbach GmbH umgewandelt und stellt heute in erster Linie Thüringer Glaslichtschmuck (wie zum Beispiel Christbaumschmuck) her.

Auch die Landwirtschaft ist von Bedeutung. Oberweißbach war Sitz einer LPG Tierproduktion. Auch heute spielt die Rinderzucht eine nennenswerte Rolle.

Oberweißbach liegt an der Flachstrecke der Oberweißbacher Bergbahn nach Cursdorf und Lichtenhain, dort besteht Umsteigemöglichkeit zur 1,4 km langen Standseilbahn nach Obstfelderschmiede an der Schwarzatalbahn.

Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter des Ortes

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Personen mit Bezug zum Ort

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  • Christiane Schillig: Der Sohn erfand den Kindergarten - der Vater baute eine Kirche. Wie die Oberweißbacher Hoffnungskirche gerettet wurde. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Hrsg.): Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland. Nummer 1/2. (Selbstverlag), 2006, ISSN 0941-7125, S. 38–39.
  • Elvira Grudzielski, Rund um den Fröbelturm Bd.1., ein Zeitdokument v. 1880 bis 1930 der Stadt Oberweißbach, u. d. Gemeinden Cursdorf, Deesbach, Leibis, Lichtenhain/Bergb., Mellenbach, Meura, Meuselbach-Schwarzmühle, Schwarzburg, Sitzendorf, Unterweißbach ersch. 1992 (ISBN 3-89264-657-0)
  • Elvira Grudzielski, Rund um den Fröbelturm Bd. 2., ein Zeitdokument von 1930 bis 1990 der Stadt Oberweißbach, u. d. Gemeinden Cursdorf, Deesbach, Leibis, Lichtenhain/Bergb. Mellenbach, Meura, Meuselbach-Schwarzmühle, Schwarzburg, Sitzendorf, Unterweißbach ersch. 2000 (ISBN 3-89570-706-6)
  • Elvira Grudzielski, Mein Thüringer Kräuterland, ersch. 1997. Das Buch erzählt die Historie von dem einstige Olitätengewerbe mit seinen Menschen, Traditionen und dem Pflanzenreichtum.(ISBN 3-9804573-4-6)
  • Elvira Liebmann, (Grudzielski) Das Thüringer Kräuterland, ersch. 2012. In dem Buch wird das „Thüringer Kräuterland“ mit 40 Ortschaften vorgestellt, unter anderem die Stadt Oberweißbach.(ISBN 978-3-943509-02-1)
Commons: Oberweißbach – Sammlung von Bildern und Audiodateien
Wikivoyage: Oberweißbach – Reiseführer

Einzelnachweise

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  1. August Elsäßer: Das Kirchspiel Oberweißbach im Wandel der Zeiten. Ein Rückblick zur 150. Wiederkehr des Tages der Einweihung der Kirche zu Oberweißbach mit kurzer Chronik der Kirchspielorte Oberweißbach, Cursdorf, Deesbach, Lichtenhain und Leibis. Oberweißbach 1929, S. 175.
  2. Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 14/2018 S. 795 ff., aufgerufen am 5. Januar 2019
  3. StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2008
  4. Wahlen in Thüringen. Abgerufen am 4. Mai 2019.
  5. Michael Graf: Oberweißbach braucht neuen Bürgermeister